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BALI

Manche lieben New York City, so wie ich, manche finden diese Großstadt nur schrecklich. Bali hat ebenfalls viele Fans, jedoch gehöre ich nicht zu dieser Fangemeinschaft dazu. Es ist eben so, dass jeder Mensch einen Ort, bzw. ein Land anders wahrnimmt und ich bin ein Typ Mensch, der einer Blume gleicht, welche nicht gegossen wird, verwelkt. Ich meine damit, sobald ich mich in meiner Haut nicht mehr wohl fühle, möchte ich nur mehr weg von diesem Ort, ich bekomme Magenschmerzen und man kann es mir eindeutig ansehen (oder ich fühle mich zumindest so, als würde man mir es ansehen). Das der Jänner und wegen dem derzeit aktiven Vulkan derzeit nicht der optimale Zeitpunkt für eine Reise nach Bali ist, ist und war mir klar, doch ich wollte unbedingt raus aus Wien, um ganz viel Yoga und schlicht und einfach, nur Urlaub zu machen. Nach reichlich vielen Tipps und einigen Recherchen, habe ich 2 Wochen Bali inklusive 4 Hotels gebucht. Warum ich bereits nach nur einer Woche schon zurück in die Heimat geflogen bin und trotzdem 4 Hotels gesehen habe, erzähle ich nun euch:

Für die erste Station ging es nach Ubud, auch bekannt als das YOGA Mekka. Obwohl ich gehört habe, dass es eher touristisch sei, hat es mich als kleiner Yogi trotzdem interessiert, diesen Ort zu sehen. Auf die Yoga Klassen war ich natürlich am meisten neugierig. Bevor ich euch meine „Ubud“ Eindrücke schildere, einige Sätze zu dem Hotel, wo wir waren. Das Ulun Ubud Hotel, ist eine sehr schöne Unterkunft mit einem tollen Blick auf den Dschungel. Das Zimmer mit dem Himmelbett und dem Badezimmer, inklusive einem Blick auf das grüne Panorama, haben mir besonders gut gefallen. Wenn ich für das Essen Sterne vergeben könnte, würde ich 2 von 5 vergeben, da es mir einfach nicht so geschmeckt hat. Vom Ubud Zentrum befindet sich dieses Hotel etwa 10 Auto-Minuten entfernt. Im Zentrum der Stadt ist es unangenehm laut, man wird alle 2 Meter von der Seite angesprochen ob man ein Taxi braucht, die Abgase und der Müll sorgen gerade nicht für ein herrliches Luftaroma, und übrigens, in ganz Ubud habe ich genau 2 Yoga Studios gefunden. Das Radiantly Alive Yoga wirkte auf mich eher heruntergekommen und nicht sehr einladend, also ging es weiter Richtung The Yoga Barn, das wohl bekannteste Yoga Studio in Ubud. Fast hätte ich es nicht gefunden, da es so versteckt liegt. Die Klasse, die ich besucht habe, war cool und ich habe mich gefreut, dass ich in der Vinyassa Stunde für Fortgeschrittene so gut mitgekommen bin. Danach habe ich mir in dem super gehypten Restaurant einen Schoko Brownie (mit Zucker, Gluten und nicht vegan) gegönnt, den ich gleich im Stehen geschmaust habe. Das war es dann auch schon wieder mit meinem Yoga Abenteuer auf Bali.

Am nächsten Tag ging es in den Mason Elephant Park, der sehr nett war, relativ teuer, aber ja, ich wollte unbedingt Elefanten sehen, obwohl Elefanten gar nicht auf Bali heimisch sind (habt ihr das gewusst?). Naja, Touristen müssen unterhalten werden, oder? Und bevor hier jetzt Tierschützer aufschreien, ich habe mich extra informiert, die Angestellten des Parks kümmern sich sehr gut und liebevoll um die Tiere und es machte mir auch den Anschein, als wäre es wirklich so. Danach ging es weiter zu den Reisfeldern, die in meinen Augen super unspektakulär sind, und die Besichtigung auch deshalb in 10 Minuten erledigt war. Weitere Ausflüge, wie zum Beispiel zu einen Wasserfall zu fahren, waren durch das schlechte Wetter leider nicht möglich.

Weiter ging es nach Kuta. Obwohl wir dort gar nicht hin wollten, landeten wir dort. So entschieden wir uns im Sharriton abzusteigen, weil wir am Meer sein wollten. Wir hatten ein super Zimmer mit Blick auf den indischen Ozean, ein Gym und ein 5 Sterne Frühstück (mahhh, dort habe ich das beste Mango Yoghurt meines Lebens gegessen). Gleich neben dem Hotel befand sich eine Shopping Mall, wo es ebenfalls hervorragende Restaurants gab. Dort habe ich wohl den leckersten Babyspinat Salat (EVER) mit einem Ingwer Dressing gegessen. Kuta war jetzt nicht so der Burner und ich würde nicht noch mal hin, aber die Gegend rund ums Hotel war schon mal einladender als zuvor in Ubud.

Am nächstenTag ging es weiter Richtung Uluwatu. Neben Müllhalden und Baustellen, befand sich das Boho Hills Hotel. Nach nur 10 Minuten in diesem “Hotel” war uns klar, da werden wir nicht bleiben, da es unzumutbar war. Angefangen von dem Ausblick aus dem Zimmer direkt in die Rezeption, bis über eine verschmutzte Toilette, dreckige Bettlaken, bis hin zu unzähligen krabbelnden Viechern (für die hat zwar keiner etwas dafür können, aber das war uns dann doch alles zu viel des Guten). Ach ja, nicht zu vergessen, das eine Stromkabel IM Pool, welches nur mit Klebeband gesichert war. Jetzt erklärt mir mal, wer sich in so einer Hütte wohl fühlt? ich kapier das einfach nicht. Bleiben die Leute dann nur, um 2 Fotos zu machen? Dort hätte man ja nichts machen können, außer in der Nase zu bohren und Raupen zu beobachten, wie sie vom Bett in die Dusche spazieren. Wir hatten dann genau ein halbe Stunde Zeit, ein sauberes, preiswertes Hotel in der Nähe zu finden, um nicht wieder eine Stunde lang im Auto zu sitzen. So ging es für uns ins Le Meridien in Jimbaran, direkt am Meer. Es war sauber, es gab gleich vor dem Hotel ein süßes Restaurant, wo wir täglich gegessen haben (inklusive einem Crepe Coco mit Banane als Nachtisch) und am Strand gab es weitere tolle Fisch Restaurants. Obwohl alles recht nett war, bin ich dieses Unwohlsein nicht mehr los geworden und somit wollte ich nur Eines, nach Hause! Somit wurde dann die Entscheidung getroffen, den Heimflug umzubuchen. Die anderen Hotels konnten wir zum Glück kostenlos stornieren.

Da wir noch einen vollen Tag in Bali hatten und alle von Changuu schwärmten, wollte ich mir das nicht entgehen lassen. Surfer-Beach, leckere Lokale und viele Yoga Studios sprechen doch für einen lässigen Ort, oder!? Mit Yogaklamotten im Rucksack, ging es mit einem Blue Bird Taxi nach Changuu. Meine erste Station, das bekannte und mir empfohlene Shady Shack. Nach einem gesunden, aber eher unspektakulären, geschmackbefreiten Salat und einem Smoothie, ging es weiter in Richtung Strand. Es gab nur eine kleine Straße, welche aus Schlamm bestand, links und rechts davon waren riesige Baustellen. Schön oder? Also nicht gerade sehr einladend, doch es gab keine andere Möglichkeit, zum Strand zu gelangen. Angekommen, habe ich versucht, die Meeresbrise zu genießen und dabei die Surfer zu beobachten. Doch um ehrlich zu sein, war ich für genau 5 Minuten am Beach, denn mir war einfach nicht danach, hier länger an diesem Ort zu bleiben. Es hat mich nicht gefesselt und normalerweise bin ich die Erste, die am Stand sitzt und einfach mal Gedanken verloren ins Blaue schaut und genießt. Gut, dann bin ich weiter herumflaniert, die Augen nach coolen Shops und Yoga Studios offen gehalten, denn angeblich wird Yoga an jeder Ecke angeboten. Realität: ein “hippes” Lokal nach dem anderen, alle mit ein und derselben Speisekarte und genau ein Yoga Studio ist mir aufgefallen, welches jedoch zu hatte. JACKPOT! Fazit, ich wollte bereits nach 2 Stunden einfach nur zurück ins Hotel, denn auf “gemütlich” einen weiteren Smoothie in einem klimatisierten, veganen Szenelokal zu trinken, mit Ausblick auf eine Baustelle, hatte ich wirklich keine Lust mehr. Der Höhepunkt des gesamten Ausfluges war es dann, ein Taxi zu bekommen, denn Blue Bird Taxis waren mal wieder nicht erlaubt und so musste ich ein überteuertes Taxi nehmen. Ich bin dann genervt, verschwitzt und fassungslos in dem Auto gesessen und habe mich gefragt: „warum soooooo viele Menschen solch einen Ort toll finden können“.

Ob Ubud, Uluwatuu, Changuu, Seminyak, Kutta oder Jimbaran, egal wo, ich habe mich einfach nicht wohl gefühlt. Es war dreckig, klebrig, laut und leider wird die Natur durch eine Unzahl an Bauwerken und Straßen verdrängt, was dazu führt, dass überall, und ich meine wirklich ÜBERALL, Baustellen zu sehen sind. Seid mir also nicht böse, aber für eine Acai Bowl mit 5 Früchten und Kokosflocken drauf, brauche ich nicht nach Bali zu fliegen. Der Hauptgrund, warum ich überhaupt nach Indonesien geflogen bin, war klar, YOGA. Hätte ich nicht nach Yoga Studios Ausschau gehalten, oder vorab auf Instragam geschaut und einige Tipps von euch gecheckt, wäre es mir niemals aufgefallen, dass überhaupt irgendwer, irgendwo Yoga auf Bali macht. Schade, dass ich nicht ein mal diesen kolportierten “Yogawahn” mitbekommen habe. Das leckere Essen alleine, reißt jetzt für mich Bali auch nicht heraus, aber zumindest war es etwas Positives, das ich über Bali berichten kann.

Ganz ehrlich, ich mag auch schon gar nicht mehr über diese Reise reden, weil ich mich nicht ärgern möchte , so lange geflogen zu sein, um dieses absolut übertriebene gehypte Bali zu sehen, das in meinen Augen rein gar nichts kann und Null Charme hat. Aber ja, kann passieren, dass mal ein Urlaub in die Hose geht, doch der nächste Trip kann somit nur besser werden, oder?

Für alle die Bali lieben, freut mich, doch ich gehöre leider nicht dazu. Namaste!

xoxo, Anna

PS: auch wenn die Fotos schön geworden sind, ich habe noch nie in einer Woche Urlaub so wenige Fotos gemacht, denn es gab nicht viel, das ich festhalten wollte.

 

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