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Skin Burnout

Es ist der Tag gekommen, an dem meine Haut (im Gesicht) mir mitgeteilt hat, dass es jetzt an der Zeit wäre, eine Pflegepause einzulegen. Nach zwei Jahrzehnten unterschiedlichster Cremen, Seren, Peelings, Treatments, etc. ist es irgendwie verständlich oder? Natürlich gehört es auch zu meinem Job, diverse Produkte zu testen, um euch dann davon berichten zu können. So habe ich kürzlich mit einer neuen Creme kombiniert mit einer Augencreme gestartet. Zwei Tage später musste ich feststellen, dass sich mein Gesicht ganz schrecklich grieselig anfühlte, als hätte ich einen fiesen Ausschlag. Im Spiegel sah man beim näheren hinsehen die unebene Haut und rund um die Nase war ich etwas gerötet. Offensichtlich war meine Haut mit diesen beiden Luxuscremen nicht sehr glücklich und hat mir dies auch gleich deutlich mitgeteilt.

Leicht panisch, kontaktierte ich sofort meine Dermatologin (und Freundin) Frau Dr. Kerstin Ortlechner. Ich schilderte ihr meine Hautsituation und ihr war sofort klar, dass ich eine sogenannte Lokaltherapie (Creme, Serum, Wasch Gel usw.) nicht vertrage. Sie hat mir geraten, alles wegzulassen, denn sonst besteht die Gefahr einer perioralen Dermatitis. Alleine diese zwei medizinischen Fachausdrücke haben mich derart eingeschüchtert, sodass ich die nächsten zwei Tage auf Pflegprodukte, Make-up und dergleichen verzichtete. Das war eine harte Challenge sage ich euch, denn meine Haut hat derart gespannt, sodass ich dachte, mein Gesicht zerreißt jeden Moment. Das Absetzen der Cremen war jedoch eine gute Entscheidung und auf Kerstins Empfehlung hin, habe ich mir aus der Apotheke eine Toleriance Creme von La Roche Posay und eine von der Apotheke selbst angerührte Reinigungsmilch gekauft. Weiters wurde mir empfohlen, zur Beruhigung der Haut einen Thermalwasser Spray zu verwenden. Die “simple” Creme (ohne Schnick-Schnack-Inhaltsstoffen) als auch die Reinigungsmilch aus der Apotheke haben meiner Haut sehr gut getan und das bereits nach wenigen Tagen. Jetzt sind fast drei Wochen vergangen und meine Haut ist wieder ganz die „Alte“. Ich habe beschlossen, in nächster Zeit etwas Abstand von so manch neuen Cremen zu halten, um nicht erneut mein Gesicht zu irritieren und um so der Haut eine Verschnaufpause zu gönnen.

Da ich mitbekommen habe, dass viele Frauen mit ähnlichen Hautirritationen kämpfen, habe ich L’Oréal Ambassador und Dermatologin Frau Dr. Ortlechner um ein Interview gebeten:

Was kann der Auslöser für solch eine Hautreaktion sein?

Auslöser kann fast alles sein…meist sind es jedoch Duftstoffe, Konservierungsmittel, usw.!

Kann es nur von diversen Inhaltsstoffen ausgelöst werden oder auch von Stress, Hormonen etc. ?

Es ist meist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Eine Dermatitis wird primär durch Substanzen in einer Creme ausgelöst, auf die der Körper hypersensibel reagiert. Getriggert wird dies allerdings sehr oft durch Stress, verminderte Immunabwehr und hormonelle Umstellungen.

Welche Pflegeprodukte eignen sich in diesem Fall & für wie lange sollte man eine Pause von anderen Produkten machen?

Unbedingt vorerst mal alles absetzen und bei Bedarf nur neutrale Pflege verwenden. Wie z.B. die Toleriane Linie von La Roche Posay. Das sind hochverträgliche Produkte, deren Inhaltsstoffe auf ein Minimum beschränkt wurden, um so das Risiko von Allergien zu reduzieren. Am besten: Ohne Konservierungsstoffe, ohne Duftstoffe, ohne Alkohol, ohne Farbstoffe, ohne Lanolin.

Was kann passieren, wenn man dieses Hautproblem ignoriert?

Es kann sich ein chronisches Ekzem bzw. eine periorale Dermatitis entwickeln. Beides „Hauterkrankungen“, die sehr langwierig und diffizil zu behandeln sind.

Kann man eine periorale Dermatitis behandeln? Wenn ja, wie?

Nach wie vor ist die „Goldstandard“-Therapie bei der perioralen Dermatitis die Nulltherapie. Das heißt, für einen Zeitraum von mindestens 4 Wochen (Hautzellen Turnover liegt bei ca. 28 Tagen) kein Make Up, keine Pflegeprodukte, Waschen nur mit Wasser. Maximal einen Hauch von dem Toleriane Fluid und Thermalwasser Spray zur Beruhigung der Haut!

Kann dieser „Ausschlag“ jeden Hauttyp betreffen?

Ja! Meist jedoch sind Patientinnen mit sehr sensibler, trockener, atopischer Haut betroffen.

Mein persönlicher Rat, gebt acht auf eure Haut! Sie ist unser größtes Organ auf welches wir uns kümmern & hören sollten, speziell wenn sie uns Zeichen gibt. Pflegeprodukte sind wunderbar und ich möchte sie nicht missen, doch Pausen ( gilt auch für Bereiche wie Sport, Ernährung, etc.) haben noch nie geschadet!

xoxo,

Anna & ein großes Dankeschön an Frau Dr.Kerstin Ortlechner sie hat meine Haut “gerettet”!

Fotos: Jenni Koller

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