Featured

One Woman Show

Wie machst du das Alles? Wann machst du das Alles? Was machst du eigentlich Alles?

Drei Fragen, die mir sehr oft gestellt werden. Meist von Leuten, die weder mit Social Media noch mit den Themen Fashion und Beauty viel am Hut haben. Auch auf Instagram landet ab und zu einer dieser Fragen in meiner Mailbox. Um dieses Rätsel, über meine vielseitigen beruflichen Tätigkeiten aufzuklären, folgt nun ein knackiger Beitrag meiner ONE WOMAN SHOW.

Um es auf den Punkt zu bringen, ich arbeite als Make-up Artist und als Bloggerin. Zwei Jobs, die jedoch weit mehr abverlangen als nur Menschen zu schminken, Produkte in die Kamera zu halten oder ein Selfie zu knipsen. Es ist eine spezielle Branche, aber nach über 10 Jahren weiß man ja wie der Hase rennt und glaubt mir, ich bin in diesen 10 Jahren schon viel gerannt und renne noch immer.

Als Make-up Artist bin ich hauptsächlich für Privatpersonen im Einsatz. Meistens im Frühling und im Sommer habe ich die Ehre, viele Bräute für ihren ganz besonderen Tag zu stylen. Auch in der Wiener Staatsoper bin ich, ausgenommen in den Monaten Juli und August, in der Herrenmaske das ganze Jahr über im Einsatz. Neben diesen Aufträgen zählen auch Einsätze für diverse Marken, Firmen, die mich für Workshops oder spezielle Events als Make-up Artist buchen. Wie ich zu all diesen Aufträgen komme? Durch Mundpropaganda, Kontakte, welche ich durch die jeweiligen Jobs gesammelt habe und natürlich durch mein zweites Standbein, meinen  Blog. Sprich, ich habe mir alles selbst erarbeitet, ganz ohne Manager oder einer Agentur. Ehrlicherweise muss ich zugeben, zu Beginn meiner Karriere war ich bei einer Künstler Agentur, doch nach einem Jahr habe ich die Agentur verlassen und bin selber meinen eigenen Weg gegangen.

Was in meinen Aufgabenbereich für den Blog /und Instagram fällt? Eigentlich so gut wie ALLES. Trudelt eine Kooperation ein, sind die Aufgaben unterschiedlich. Aber im Grunde ist es so, dass ich mir ein Konzept für das jeweilige Produkt überlege, dann, wenn erforderlich nach einer passenden Location Ausschau halte, die Fotos selbst produziere oder ich engagiere einen Fotografen. In den meisten Fällen bearbeite ich jedoch meine Fotos selbst, weil mir das lieber ist, denn so kann ich die Auswahl der passenden Bilder gleich selber treffen.Die fertigen Bilder brauchen natürlich auch eine dazu passende Story, welche dann ebenfalls von mir geschrieben wird. Was mir bei all meinen Projekten wichtig ist, dass immer ein Mehrwert für meine Leserinnen dahinter steckt, selbst dann, wenn der Text lediglich der Unterhaltung dient. Ich bin quasi der Direktor meiner Seite, eine Position, die mir sehr gut gefällt. So ist es mir auch meist lieber, wenn ich bei einem Shooting alles selber mache, angefangen vom Make-up, den Haaren bis hin zum passenden Styling. Ja, auch für das passende Styling müssen je nach Projekt die dazu geeigneten Outfits gesucht, geplant, organisiert und abgeholt werden. Besuche von Showrooms, Presseterminen als auch stetig Up to Date zu sein, ist auch Part dieses Jobs.

Events als auch Pressereisen wähle ich je nach Interesse und Zeit aus. Früher bin ich von einem Event zum nächsten gehetzt, doch heute entscheiden oft die Zeit als auch meine Prioritäten, wo es hingeht. Wenn eine Firma zu einer Reise einlädt, scheint es für einen Außenstehenden nach purem Vergnügen, es ist aber zum überwiegenden Teil, Arbeit. Stetig versucht man bei einer derartigen Reise, so viele Eindrücke wie möglich einzufangen. Non Stop ist man gerade als Blogger stets auf der Suche nach dem perfekten Spot für einen schönen Shot. Content muss erarbeitet werden, das kommt einem nicht so einfach zugeflogen. Klar ist es eine tolle Sache, wenn man viel auf Reisen ist, aber vergesst nicht, das ist auch mit Stress verbunden, denn das eigentliche Ziel solch einer Reise ist immer, sowohl den Auftraggeber zufrieden zu stellen als auch einen neuen Content für euch Followers zu erstellen.

Durch diverse Kooperationen habe ich schon einiges gelernt aber trotzdem fordert es mich immer wieder besonders heraus, wenn es darum geht, wie mache ich das ohne einem Team im Hintergrund!? Fragt mich nicht wie, aber es geht sich immer irgendwie aus, auch wenn man manchmal dafür an Feiertagen oder an einem Wochenende arbeiten muss. Ich bin es nicht anders gewohnt, stets zu arbeiten, dafür habe ich die Freiheit, mir alles selbst einzuteilen. Es ist mir nur ganz selten bewusst, wieviel ich an einem Tag alles erledige und denke nie darüber nach, wie ich es am Ende dann doch geschafft habe. Soviel zu der Frage, wie gelingt mir das Alles? Ich mache es einfach und das am Besten so unkompliziert wie nur möglich. Wenn ich bis jetzt etwas gelernt habe, dann das, dass ich mir nie mehr einen künstlichen Stress mache. Privatleben, Sport und Arbeit unter einen Hut zu bekommen ist reine Einteilungssache und wenn es mal etwas stressiger wird, dann ist es so und da muss man sich halt schön langsam durch beißen. Ohne Fleiß kein Preis, oder? In dieser meist oberflächlichen Branche sind mir drei Punkte immer wichtiger geworden, nämlich, seinem eigenen Stil treu zu bleiben, seinem Instinkt zu vertrauen und eine gesunde Portion an Gelassenheit. Mit Gelassenheit meine ich, dass, wenn ein Foto bzw. ein Beitrag nicht um Punkt 10 Uhr Vormittag online geht, sich die Welt weiter dreht und dabei niemand zu Schaden kommt. Trotzdem sollten gewisse Regeln eingehalten werden, wie z.B. Deadlines, Verlässlichkeit und Engagement, denn sie sind ein Teil meines Erfolges.

Langweilig wird mir daher sehr selten. Wenn gerade weniger Aufträge im Kalender eingetragen sind, produziere ich gerne neue Outfit / Beauty Strecken, in denen ich mich frei entfalten kann. Ich nütze aber auch gerne die “freie” Zeit, um persönliche Blogeinträge zu schreiben, arbeite für mich neue Konzepte aus oder stelle neue Projekte auf die Beine. Es ist immer etwas zu tun und meine Motivation habe ich wohl meinen Ameisen im Ar*** zu verdanken.

Trotz Allem, wie sehr ich meinen Job auch liebe und nach außen hin alles MEGA aufregend und locker aussieht, das ALLES ist harte Arbeit die auch oft psychisch als auch physisch sehr kräftezehrend sein kann. Der Druck (den ich mir persönlich gerne mache), stetig eine Performance / Präsenz zu liefern, gut auszusehen, in Form zu bleiben, versuchen, meinen Followers Abwechslung zu bieten plus dabei immer am Puls der Zeit zu sein, ist gerade als ONE WOMAN SHOW eine enorme Herausforderung. Eine Challenge, die ich gerne in Kauf nehme, weil ich mich durch diese Herausforderungen stetig weiter entwickle und mich gleichzeitig zu meinen Zielen näher bringt. Wäre es immer ein Zuckerschlecken, wäre es auch langweilig. Ab und zu braucht man auch “Down Phasen”, um danach wieder richtig Gas geben zu können. Doch ich kann euch nur Eines sagen, dass sich die harte Arbeit bezahlt macht, denn ich konnte mir dadurch schon einige Wünsche erfüllen, wie die Welt zu bereisen. Für mich das Wichtigste, ich liebe dieses Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit, das mir niemand wegnehmen kann. Ich will noch mehr davon, also mache ich mit dem weiter, das ich am Besten kann, nämlich, meine ONE WOMAN SHOW. Und JA, ich bin verdammt stolz darauf, wieviel ich bis jetzt schon erreicht habe. Ich danke meiner Familie, meinen Freunden und meinen zahlreichen Followers für die grandiose Unterstützung.

xoxo, Anna

Blazer: ASOS // Sandalen: No Name aus Italien // Ohrringe: H&M (alt)

Fotos: Patrick Domingo // Location: TheBlackSquareVienna

Instagram