Backstage

Catch me if you can

Letztes Wochenende habe ich mit Freunden bei einer Portion Pasta mit Scampi über die Sozialen Medien gesprochen. Wie sehr sie uns unbewusst oder auch bewusst beeinflussen. Ich glaube, fast jeder der sich täglich mit Instagram & Snapchat beschäftigt, lässt sich von all diesen Berichten und Beiträgen sehr oft viel zu schnell beeindrucken. Obwohl meine engeren Freunde und ich keine naiven Teenager mehr sind, gibt es Momente, in welchen wir Andere, aufgrund ihrer Aufnahmen, bewundern und uns denken: “Wau“, „ich muss zukünftig auch wieder mehr verreisen“ oder „ich brauche auch diese Tasche“ oder „ den Brunch im neuen In Lokal muss ich bei nächster Gelegenheit testen um ein schönes Foto zu machen“ oder „wenn die so oft Sport machen kann, schaffe ich das auch” usw. usw. …. Mich hat dieses Gefühl, ständig etwas „haben bzw. machen“ zu wollen, nur weil ich es bei den Anderen gesehen habe, schön langsam wahnsinnig gemacht. Die Life-Peep-Show in Dauerschleife auf Snapchat hat mich mit der Zeit ebenso genervt. Es gibt ganz wenige Personen, die ich witzig finde und wo ich mir gerne die Snaps auch jetzt noch ansehe. Selbst wusste ich ja in letzter Zeit auch schon nicht mehr, was ich zeigen soll. Avocado Brote und Filterpics im Gym gab es schon zur Genüge und haben mich mittlerweile selbst schon gelangweilt. Bei meinem Job kommt es ebenfalls nicht gut an, ständig mit dem Handy Selbstgespräche zu führen. Unterm Strich, ich erhalte eine Überdosis an Informationen, hauptsächlich von fremden Menschen, die mir, meiner Meinung nach, nur sinnlos meine kostbare Zeit rauben und Schluss endlich mir Nichts bringt, außer lediglich ein mieses Gefühl, nur ich selbst hätte ein langweiliges Leben und alle anderen bereisen die Welt und sehen ständig top gestylt aus obwohl das ja gar nicht so ist.

So habe ich beschlossen, mein Snapchat-Verhalten zu ändern. Ich möchte mich nicht mehr dazu verpflichtet fühlen, nur weil ich Bloggerin & Make-up Artist bin, ständig alles, hauptsächlich mit fremden Menschen zu teilen. Dann kommt noch dazu, dass sich die Firmen von mir erwarten, wenn sie mir ein Werbepaket schicken, sei man dazu „moralisch“ verpflichtet, es zumindest vor laufender Kamera auszupacken, denn das ist ja das Mindeste, wenn man schon etwas geschenkt bekommt, oder? NOT! Ja, es ist ein Teil meines Jobs, Produkte zu testen und darüber zu berichten, aber auf Dauer gesehen muss auch ich von etwas leben und kann deshalb nicht für jeden geschenkten Lippenstift gratis werben und es wäre meinen Leserinnen gegenüber nicht fair! Wenn mir etwas gefällt, zeige ich es ausnahmsweise gerne oder erwähne es in einem Blogpost. Dass wir Blogger ehrlich und authentisch sind, genau das wollen ja unsere Leser und Leserinnen.

Glaubt mir, diese Erkenntnis zu äußern, hat viel Überwindung gekostet und zugleich ist es eine große Erleichterung für mich. Alleine, dass hier mal los zu werden bedeutet mir sehr viel! Stellt sich nun die Frage, ist es als Bloggerin ein MUSS, Snapchat & Co mit geschenkten Werbematerial, Nahrungsaufnahme und OOTD’s zu zuspamen um in der Branche als “einflussreich” zu gelten? Also ich weiß nicht, ich habe keine Lust mehr bei diesem Zirkus zukünftig mitzuspielen. Deshalb habe ich mir vorgenommen, dass ich nicht mehr alles mitmachen möchte und beschlossen, ich mache es wie ich es will und tanze nicht nach all den anderen “Social-Media Pfeifen”. Ich werde es weiterhin so handhaben, dass auf meinem Blog nur mehr Produkte im Zuge einer (authentischen, eh klar!) Kooperation zu sehen sein werden oder wenn ich von den Produkten bzw. Marken wirklich begeistert bin. Ich möchten meinen Followers Inspiration liefern, vielleicht den ein oder anderen zum Sport motivieren und ihnen neue Trends aus dem Mode & Beautybereich vorstellen. Wenn man ein Magazin durchblättert beneidet man ja auch niemanden um die vielen Anti Aging Produkte oder neuesten Runway-Accessoires und das ist der springende Punkt!

Die Kurzlebigkeit diverser Trends ist auch so ein Sache. Man hetzt nur mehr von Shop zu Shop, zieht Kleidungstücke zwei Mal an und glaubt dann, es ist schon wieder out und man brauche sofort einen neuen Fetzen. Brauchen wir den wirklich? Ich liebe Mode und auch shoppen zu gehen, aber mein Einkaufverhalten hat sich im Laufe der Zeit um einiges verändert. Viel bewusster und viel mehr danach gerichtet, was passt wirklich zu meinem Stil und nicht nur etwas zu kaufen, weil es gerade Jede auf Instagram trägt. Denn wie bereits oben erwähnt, ein Mode-Trend wird schon nach kürzester Zeit durch einen anderen ersetzt und als ‘Nicht-Top-Blogger-Person” ist es einfach nicht möglich, sich jedes Monat z.B. die neueste Designer Tasche zu leisten oder auszuborgen. Instagram & Co. soll Spaß machen, inspirieren und motivieren. Es darf aber einem nicht das Gefühl geben, „man erlebe zu wenig“ oder „habe nicht den perfekten Körper“ oder man „könne sich nicht mehrere, verschiedene Designertaschen leisten“ und vieles mehr. Lasst euch nicht von zu viel Oberflächlichkeit in den Bann ziehen. Zieht wieder eure alte Klamotten aus dem Schrank hervor und stylt sie neu, so wie ich das gerne mache! Hallo #reallife

xoxo, Anna

PS: Die Schmuckstücke die ihr auf dem Foto seht, habe ich mir von einer PR Agentur ausgeborgt. Ja, so sieht es aus. Nicht alles was Blogger tragen ist gekauft oder geschenkt. Welcome to the Business!

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  • Katharina Schmalzl

    Unterschreibe alles was du hier sagst zu 100 % und kann es sehr gut nachvollziehen! <3

  • Tina – Styleappetite

    Toller Post und wahre Worte!! <3

  • Jessica Sunshine

    Ein super Post!!! und auch mir aus der Seele gesprochen. Bei all den perfekten Bildern die man präsentiert bekommt, beginne auch ich immer wieder an mir zu “zweifeln”, somit habe ich meine fb und Instagram Aktivität etwas reduziert um mein Leben einfach zu genießen UND das tut gut!

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